Was für Daniel G. als neues Hobby begann, wurde plötzlich zu einer ungewöhnlichen Entdeckung. Beim Magnetfischen in Berlin zog der 28-Jährige einen schweren Tresor aus dem Wasser. Wertgegenstände befanden sich darin zwar nicht mehr – dafür führte der Fund zu einer Geschichte, die rund zehn Jahre zurückreicht.
Berlin. Daniel G. hatte das Magnetfischen erst vor wenigen Monaten für sich entdeckt. Dabei werden starke Magnete an langen Seilen ins Wasser gelassen, um alte Metallgegenstände vom Grund zu holen.
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Normalerweise sind die Funde eher unspektakulär: Schlüssel, Metallteile oder anderer Schrott.
Doch bei einem seiner Ausflüge im Bereich Seestraße/Nordufer änderte sich das.
Plötzlich hing etwas Schweres am Magneten
Daniel ließ seinen Magneten ins Wasser und bemerkte nach kurzer Zeit ungewöhnlich starken Widerstand.
Zunächst vermutete er einen größeren Metallgegenstand. Doch je weiter er den Fund nach oben zog, desto klarer wurde: Allein würde er ihn kaum aus dem Wasser bekommen.
Der Gegenstand wog mindestens 30 Kilogramm. Daniel rief einen Freund zu Hilfe, und gemeinsam gelang es den beiden schließlich, das schwere Objekt ans Ufer zu ziehen.
Dort zeigte sich, was der Magnet tatsächlich erwischt hatte:
einen alten Metalltresor.
Kein Geld – aber persönliche Dokumente
Der Tresor war bereits aufgebrochen worden. Im Inneren befanden sich keine großen Geldsummen, kein Schmuck und keine anderen wertvollen Gegenstände.
Stattdessen fanden Daniel und sein Freund einen Autoschlüssel, einen Personalausweis, eine Bankkarte, einen Jagdschein, Sparbücher und ein Familienstammbuch.
Der Inhalt war stark verschmutzt, doch einige Dokumente ließen sich noch zuordnen.
Und genau hier wurde die Geschichte interessant.
Der Name im Tresor sorgt für Überraschung
Die Unterlagen führten zu Frank Erich Mielke, dem Sohn des früheren DDR-Staatssicherheitsministers Erich Mielke.
Daniel selbst wusste zunächst nicht, wem der Tresor gehörte. Er übergab die ungewöhnliche Entdeckung deshalb der Polizei.
Später stellte sich heraus, dass der Tresor bereits 2008 bei einem Einbruch aus dem Haus der Familie Mielke gestohlen worden war.
Offenbar hatten die Täter den Tresor geöffnet, die wertvollen Dinge mitgenommen und ihn anschließend zusammen mit den verbliebenen Dokumenten im Kanal versenkt.
Rund zehn Jahre später taucht er wieder auf
Etwa ein Jahrzehnt lang lag der Tresor vermutlich unbemerkt auf dem Grund des Berliner Kanals.
Dann kam Daniel mit seinem Magneten.
So wurde aus einem gewöhnlichen Nachmittag mit einem neuen Hobby plötzlich ein Fund mit einer überraschenden Vergangenheit.
Einen Schatz brachte Daniel zwar nicht nach Hause. Dafür entdeckte er etwas, das deutlich interessanter war als gewöhnlicher Metallschrott: einen alten Tresor mit einer Geschichte, die Jahre zuvor begonnen hatte.
Quelle: B.Z. Berlin – Berliner Schrott-Angler fischte Mielke-Tresor aus dem Kanal
